… für mich mit World of Warcraft! Zumindest vorerst.

Ich könnte jetzt krampfhaft versuchen mir Gründe aus den Fingern zu saugen, aber Fakt ist nun mal:

Ich hab keine Lust mehr auf WoW!

WoW ist ein Spiel, in das man viel Zeit investieren muss, um den vollen Spielspaß zu erhalten. Diese Zeit habe ich momentan nicht und möchte ich ehrlich gesagt auch in Zukunft nicht mehr in ein einzelnes Spiel stecken.

Zu Beginn (Ende 2005) fand ich es toll, ein Spiel zu haben, in dem ich einen Charakter spielen kann, der sich kontinuierlich weiter entwickelt. Ein Spiel ohne ersichtliches Ende, in dem man seinen Charakter immer weiter voranbringen kann. Etwas, was ich bis dahin bei Offline-Rollenspielen immer vermisst habe. In diesen Spielen hat man seinen Charakter durch teilweise tolle Storys begleitet und sich mit ihm vertraut gemacht. Hatte man diesen Charakter dann irgendwann vollständig verstanden (Fähigkeiten etc.) und hatte tolle Ausrüstungsgegenstände, dann war das Spiel meistens auch schon zu Ende. Ein Umstand, der mich immer geärgert hat. Dann, wenn es gerade richtig toll wurde, war das Spiel zu Ende. 🙁 Das änderte sich mit WoW! Ständig konnte man seinen Charakter besser ausrüsten und verbessern…

Ausrüstung

Ständig neue Ausrüstung durchs Leveln, 5er Instanzen, Raids, etc. Nur wozu das Ganze? Nur damit es mit der nächsten Erweiterung wieder von vorn beginnt? Zwei Erweiterungen lang habe ich das mitgemacht, bei Cataclysm (der dritten Erweiterung) fragte ich mich vor ein paar Wochen jedoch: Warum mach ich das eigentlich? Ursprünglich war die Idee dahinter doch toll, man wurde mit Quests durch die tolle Geschichte von Azeorth geführt und hatte fast unendliche Freiheiten. Auf dem Weg durch die Geschichten wurde man mit neuer Ausrüstung belohnt, durfte mit anderen Spielern Abenteuer in Instanzen erleben und hat mit vielen anderen die Fähigkeiten seiner Charakter an Raidbossen gemessen. Jetzt aber mit einigen Twinks mehr, habe ich das Gefühl, dass sich ständig alles nur wiederholt. Heutzutage muss man ständig am Ball bleiben mit der Ausrüstung, damit man bis zum nächsten Inhaltspatch möglichst lang was von seiner erbeuteten Ausrüstung hat. Da ist man man unter Umständen gerade in der glücklichen Lage ein komplettes T-Set zu besitzen, dann kommt auch schon das nächste Set. Wäre eigentlich alles nicht so tragisch, wenn Blizzard es besser in eine spannende Geschichte einpacken würde. Dies tut Blizzard aber nur bedingt gut, sie schieben lediglich neue Raidinstanzen im Endcontent nach. Die damit zusammenhängende „neue“ Story betrifft meistens nur die Raider und hat auf die restlichen Spieler kaum bis wenig Auswirkungen. Ich würde auch außerhalb der Raids gerne erfahren was in Grim Batol vor sich geht. Leider versäumt es Blizzard hier die anderen Spieler mit einzubinden. Diese fehlenden Storys in WoW, die mich eigentlich so mit reissen sollen, bekomme ich mittlerweile leider durch andere Quellen vermittelt. Dazu aber später mehr.

Quests

Das Questsystem wurde mit Cataclysm total (Level 1-60 ) überarbeitet, was ich auch sehr begrüßt habe. Endlich hat man einen roten Faden an dem man sich halten kann. Früher irrte man teilweise quer über beide Kontinente auf der Suche nach einer Quest oder einem NPC. Das gibt es mittlerweile nicht mehr, aber es sind halt nur die Level 1-60 die überarbeitet wurden. Ich hätte mir mehr Quests für Charaktere mit Level 85 gewünscht. Es gibt nämlich auch Leute wie mich, die keine Zeit zum Raiden haben. Diese Spieler haben eigentlich nix mehr zu tun im Spiel nach erreichen von Level 85. Zumindest nix halbwegs Sinnvolles. Ok, ich könnte auch die täglichen Quests für die neuen Fraktionen machen…

Tägliche Quests finde ich aber mittlerweile ziemlich ermüdend, da macht man wirklich täglich zig Quests nur damit man am Ende einen ehrfürchtigen Ruf bei einer bestimmten Fraktion hat. Diesen Ruf benötigt man für bessere Ausrüstung, welche einem helfen soll, wiederum an noch besser Ausrüstung in den heroischen Instanzen bzw. Raids zu kommen. Da besorge ich mir also ein Ausrüstungsteil nur um es anschließend wieder zu ersetzten… wenn man das so liest klingt es sogar ziemlich hirnrissig, oder? Wäre es auch, wenn Blizzard es bislang nicht verstanden hätte, alles in einen schönen bunten Mantel aus Geschichten einzubetten. Diese Geschichten bzw. Quests waren es auch bis dato, die mich in diesen „Teufelskreis“ gefangen hielten. Aber bei der Anzahl der absolvierenden Quests für die höchste Rufstufe wird auch die beste Quest ziemlich schnell langweilig. Was das Ganze dann wieder zu einer Pflichtaufgabe degradiert, was mit Spaß am Spiel nach meinem Verständnis nix mehr gemein hat. Leider!

Geschichte

Die Geschichten aus Azeroth finde ich trotz allem noch faszinierend und ich bin froh und dankbar darüber, dass diese auch in Buchform erscheinen. Im Fall des Buches „Weltenbeben“ bin ich so gar ganz besonders froh darüber gewesen, denn die in dem Buch erzählte Story wurde mir im Spiel bislang so nicht vermittelt. Da ist mit Patch 4.1. lediglich der Zugang zur alten Eisenschmiede aufgegangen und die ganze Spielerschaft wundert sich, was mit Magni Bronzebart passiert ist. Null Info darüber im Spiel. Nur gut, dass ICH das Buch gelesen habe, ansonsten würden mir die Geschehnisse rund um die Tauren, Thrall oder halt Magni fehlen. Schade eigentlich, dass Blizzard etwas verloren zu haben scheint, was sie jahrelang so ausgezeichnet hat: Geschichten erzählen.

Ich habe das Gefühl gewonnen, dass Blizzard seine Augenmerk nur noch auf den Endcontent bzw. auf die Raids legt und dabei den Rest vernachlässigt. Ich mag mich irren, aber so ist mein Eindruck. Klar, die Geschichten in den neuen Startgebieten sind toll erzählt, aber was ist mit der restlichen Geschichte in Azeroth? Ich hätte als Mensch (Paladin) zu Beginn von Cataclysm schon gern erfahren (Ingame) was z.B. mit Magni Bronzebart passiert ist.

Änderungen

Trotz, dass ich nun beinahe jeden Tag ins Spiel eingeloggt bin, hatte ich teilweise das Gefühl, dass ich die ganzen (beinahe) täglichen Änderungen nicht mehr verfolgen konnte. Ständig gab es Änderungen an den Klassen, Berufen oder Instanzen. Ich habe zum Schluss ja beinahe mehr Zeit damit verbracht mir diverse Patchnotes durch zu lesen als zu zocken. Es macht mir halt keinen Spaß mehr, wenn ständig an den Klassen herum geschraubt wird. Zwar hatte ich dadurch immer tolle Beiträge für diesen Blog, aber irgendwann steigt man nicht mehr durch, wann sich was geändert hat und warum… Ich möchte ein Spiel einfach nur spielen und mich nicht ständig darüber informieren müssen, was sich heute nun wieder am Spiel geändert hat.

Ich bin es müde geworden ständig hinter neuer Ausrüstung, der perfekten Skillung oder der optimalen Spielweise her zu jagen. Ich möchte von einem Spiel in Zukunft einfach nur noch gut unterhalten werden. Eine tolle Geschichte erleben, ohne täglich die selben Dinge tun zum müssen. Nicht zig mal die selbe Quest machen oder Boss xy jede Woche umhauen in der Hoffnung auf ein bestimmtes Ausrüstungsteil.

Ich hatte gehofft diesem „Teufelskreis“ der Itemspirale durch einen Twink auf der Seite der Horde zu entkommen, aber es hat nicht funktioniert. Die Mechaniken, um im Spiel voranzukommen sind auf Allianz und Horde nun mal gleich, leider.

Wie gesagt, World of Warcraft ist ein tolles Spiel… nur leider nicht mehr für mich. Meinen Account habe ich gerade eingefroren… bis zum 01.06.2011 kann ich noch ins Spiel, danach ist es vorbei.

Es war eine tolle Zeit. Möge das Licht alle Euch auch weiterhin Beschützen!

Nimbert

P.S.: Was ich mit diesem Blog in Zukunft machen werde ist noch unklar.